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Der Siegeszug von Kryptowährungen in Österreich
Der Krypto-Boom hat die gesamte Welt erfasst, auch in unserem Land gerät diesbezüglich einiges in Bewegung. Kryptowährungen sprießen wie Pilze aus dem Boden, bieten sich als digitale Zahlungsmittel an und versprechen hohe Transparenz sowie lukrative Wertsteigerungen. Wir haben uns umgesehen, um zu erfahren, wie Österreich mit dem digitalen Geld umgeht.
Eines vorweg: Kryptowährungen existieren allein im digitalen Raum, sie basieren zum Beispiel auf komplizierten Blockchains, aber auch auf sogenannten digitalen Signaturen. Sie gelten als transparent und unabhängig, einige lassen sich mittels Mining sogar eigenhändig schöpfen. Die Erste von ihnen, der legendäre Bitcoin, erblickte im Jahr 2009 das Licht der Welt – mittlerweile existieren mehr als 4.500 verschiedene Kryptowährungen.

In Wien arbeiten Forscher an dem »Über-Token«


Die Anwendungsmöglichkeiten sind längst noch nicht komplett ausgeschöpft, die Experten basteln an immer neuen Lösungen. Die TU Wien arbeitet beispielsweise aktuell gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen BitPanda an einem ganz neuen Projekt, das in Zukunft sicher Schule machen wird: dem ersten »Multi-Blockchain-Tokensystem« der Welt. Bisher läuft das Umtauschen einer Währung in die andere relativ kompliziert ab, der Umweg über den Bitcoin oder den Ether ist unumgänglich. Handelsplattformen und Mittelsleute schalten sich dazwischen, es kommt zu Zeitverzögerungen und anderen Unannehmlichkeiten.

Der »Über-Token« soll dieses Problem lösen, er wird fast in Echtzeit zu tauschen sein und sogar den an den Finanzmärkten beliebten Arbitrage-Handel ermöglichen. So werden Kryptowährungen als Spekulationsobjekte sehr viel interessanter, weil durch verkürzte Transaktionszeiten Preisdifferenzen endlich auch kurzfristig zur Gewinnmaximierung nutzbar sind.

Kryptowährungen sind häufig zweckgebunden

An dieser Stelle sehen wir sehr deutlich, dass Kryptowährungen stets einem speziellen Zweck dienen: In unserem Beispiel sorgt der noch namenlose Wiener Token dafür, dass Transaktionen zwischen einzelnen digitalen Zahlungsmitteln zeitsparend auf direktem Wege verlaufen. Ein anderer Coin, der XRP (Ripple), steht längst in den Startlöchern, um den Interbank-Messaging-Dienst SWIFT zu ersetzen, der seit über 50 Jahren den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr regelt. Der CHP wird hingegen als Währung für CoinPoker genutzt, einem brandneuen Pokerraum. Bei dem Lisk, dem 0x und dem EOS handelt es sich ebenfalls um plattformbasierte Coins, während sogenannte Security Tokens wie NEO oder Coss ähnlich wie Aktien Unternehmensanteile darstellen.

Per Automat Bitcoins in Bargeld tauschen – und andersherum

Die Menschen streben nebenbei nach dem direkten Umtausch von Bargeld in Bitcoins und andersherum. Spezielle Geldautomaten stehen genau dafür bereit – und in den Städten unseres Landes haben sie längt Hochsaison! Neueste Daten besagen, dass inzwischen 199 Automaten dieser Art in Österreich aufgestellt sind, davon 76 in Wien, 30 in Graz und 20 in Innsbruck. Auch viele kleinere Orte wie Poggersdorf, Oberwart und Imst haben sich zumindest eines dieser praktischen Geräte angeschafft. Ständig kommen neue ATMs hinzu und signalisieren, dass unser kleines Alpenland längst im 21. Jahrhundert angekommen ist und die Berührungsängste zu Bitcoin und Co. von Tag zu Tag schwinden.

Umweltfreundliches Mining mit Strom aus Wasserkraft

Firmen, deren Geschäftsmodell fest im Kryptobereich verankert ist, haben eine neue Art des Crowdfundings für sich entdeckt: Das Initial Coin Offering (ICO), manchmal auch Initial Public Coin Offering genannt. Das ICO dient der kurzfristigen Kapitalbeschaffung, indem das betreffende Unternehmen neu generierte eigene Coins gegen analoges Geld, Bitcoins oder andere etablierte Tokens herausgibt.

Das österreichische Startup HydroMining brachte beispielsweise die eigene Kryptowährung H2O auf den Markt, um zunächst an 250.000 Ether zu gelangen. Das Mining der einzelnen Coins verbraucht jede Menge Strom, aus diesem Grund setzt das junge Startup auf Energieerzeugung durch Wasserkraft – natürlich aus den Alpen. Die Hardware wird außerdem mit Wasser gekühlt, das spart Kosten und CO2 ein. Umweltfreundliches Mining also, das sichtlich großes Interesse bei den Anlegern weckt! Derzeit versorgen zwei private Wasserkraftwerke den Krypto-Produzenten mit Energie, sie befinden sich in Langenlois und in Bruck an der Muhr. Dieses Beispiel zeigt deutlich auf, dass es sich durchaus lohnt, verschiedene aktuelle Themengebiete miteinander zu verknüpfen und dabei so findig wie möglich zu sein.



Die österreichische eSport-Plattform Herosphere setzt mit ihrem eigenen Hero Coin übrigens ebenfalls auf ICO. Erfolgreich durchgeführte Finanzierungen überzeugen immer wieder neue Unternehmen, diesen Schritt zu wagen und sich mittels der eigenen Kryptowährung einen finanziellen Boost zu verschaffen. Solange sich Menschen finden lassen, die an das Konzept und die Produkte des jeweiligen Unternehmens glauben und deshalb bereit sind, eine gewisse Summe zu investieren, ist dieses Konzept mit Erfolg gekrönt.

Österreich schwimmt mit dem Kryptostrom

Eines lässt sich durchaus sagen: Österreich schwimmt mit dem Kryptostrom! Wir basteln nicht nur an neuen digitalen Projekten, sondern nutzen auch zunehmend die bereits vorhandenen Optionen. Analoges Geld wird sicher noch viele Jahr oder gar Jahrzehnten unseren Alltag begleiten, doch wir sind flexibler und moderner geworden

kk06/18, fotos ©Creative Commons Zero - CC0)

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